Museumsprojekt OWL

          Geschichte der 116. Panzerdivision und der Panzerjägerabteilung 228

Die Aufstellung:

Die 116. Panzerdivision entstand im Frühjahr 1944 aus der 16. Panzergrenadierdivision. Nach verlustreichen Kämpfen im Osten waren die Reste nach Frankreich verlegt worden. Dort wurde sie unter Eingliederung der 179. Reservepanzerdivison als Panzerdivision neu aufgestellt.

Den organisatorischen Rahmen je eines neu aufzustellenden Feldtruppenteils sollte ein entsprechender Reservetruppenteil der 179. Reservepanzerdivision bilden.

So wurde die Res.Pz.Jg.Abt. 9 für die Panzerjägerabteilung 228 verwendet.

 

Am 24. April meldete die Panzergruppe West für die 116. Panzerdivision bereits einen Personalbestand von 13.500 Mann:

Davon waren:

Aus dem Osten eingetroffen bzw. in Zuführung 7.500 Mann

Genesende und Urlauber                           2.000 Mann

Deutsche Volksliste III 28                            1.000 Mann

Angehörige der 179. Res.Pz.Div.              3.000 Mann

 

Anfang Mai gab die Division ihren ersten eigenen Zustandsbericht im Westen ab.

Er zeigt die Division personell fast vollständig. Die materielle Lage jedoch wies noch erhebliche Lücken auf.

An Panzerjägern, Artillerie- und Panzerabwehrgeschützen sowie Maschinengewehren fehlten noch 60-70%.

 

Nach der Verlegung der Division in den Raum südostwärts Rouen Mitte Mai erhielten alle Truppenteile den Auftrag, ihren Unterkunftsraum gegen gegnerischen Luftlandungen zu verteidigen.

 

Am 4. Juni fuhren Kommandeur, Ia und Ib der 116. Panzerdivision zu einer Besprechung mit dem Chef des Generalstabes der Heeresgruppe B nach La Roche-Guyon. Nach der Unterrichtung durch General Speidel trug der Ia über den Zustand der Division vor. Unter anderem:

Die Panzerjägerabteilung 228 besitze 12 Geschütze, allerdings ohne Zugmittel. Außerdem die von der 179. Res.Pz.Div. übernommenen sechs Sturmgeschütze und 6 Pak auf Selbstfahrlafette, die aber abgegeben werden sollten.

 

Am Tag der Landung der Alliierten in der Normandie, am 6. Juni, ging die Truppe aus den Ortschaften in das freie Gelände und richtete sich dort zur Verteidigung ein. Sie betrieb Ausbildung in dem Rahmen, den die ständige Alarmbereitschaft zuließ.

 

Die Panzerjägerabteilung bot unter den Kampftruppen das unfertigste Bild. Es fehlten immer noch die Zugmittel für ihre gezogene Pak.  Zusammen waren nur 10 Geschütze einsatzbereit.

Der 16. Juni brachte die erfreuliche Nachricht, dass die Panzerjägerabteilung 228 alle ihr zustehenden 21 Selbstfahrlafetten-Panzerjäger in Breslau vom Heereszeugamt abholen sollte.

Die 116. Panzerdivision blieb trotz der immer kritischer werdenden Lage in der Normandie weiterhin in ihrem Raum südlich der Sommemündung. Sie bemühte sich insbesondere, von den in der Normandie kämpfenden Panzerverbänden Erfahrungen einzuholen.

So suchte der Adjudant der Panzerjägerabteilung 228, Leutnant Borgert, am 5. Juli die 2. Panzer- und die Panzerlehrdivision auf.

Am 19. Juli wurde dann die 116. Panzerdivision dem I. SS-Panzerkorps unterstellt und in den Kampfraum der Normandie verlegt.

 

Der Angriffsplan der Division sah vor, rechts, im Zuge der Straße Tessy-sur-Vire-Villebaudon, das Panzergrenadierregiment 60 und das Panzerregiment 16 angreifen zu lassen, um den befohlenen Schwerpunkt in Anlehnung an die 2. Panzerdivision zu bilden. Links wurde das Panzergrenadierregiment 156 mit der Panzerjägerabteilung 228 auf den Mont Robin und die Strasse St. Lo nach Percy nördlich La Tilandiere angesetzt.

Ihr standen Kräfte der 2. US-Panzerdivision gegenüber.

Aufgrund der geringen Möglichkeit der Vorbereitung scheiterte der Angriff jedoch.

 

Bis zum 28. Juli wurden weitere offensive Vorstöße vorangetragen – allerdings alle ohne Erfolg. Der Gegner war zu stark.

Die 116. Panzerdivision stellte den Angriff ein und ging am Abend des 2. August zur Verteidigung über.

Am 4. August führte der Gegner einen großen Angriff. Das Feuer der eigenen Artillerie und die Sturmgeschütze der Panzerjägerabteilung 228 verhinderten ein Auseinanderbrechen des rechten Flügels der Division. Das Panzergrenadierregiment 60 schließlich bereinigte den feindlichen Einbruch. Nördlich St. Pois.

 

Nach einem gescheiterten Vorstoß der Panzergruppe West wurden große Teile der deutschen Panzertruppen in der Normandie im Kessel von Falaise eingeschlossen.

Auch die 116. Panzerdivision fand sich im Kessel wieder und verlor dort 90% ihres Fahrzeugbestandes.

Nach dem erfolgreichem Ausbruch aus dem Kessel mit der Masse des Personals wurde die 116. Panzerdivision kämpfend nach Belgien zurückgezogen.

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Trennung / wird nachgeliefert

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Das Ende:

„Als die 116. Panzerdivision endgültig im Ruhkessel eingeschlossen war, übernahm der Nachschubführer der Division das Kommando über die außerhalb des Kessels verbliebenen Kräfte. Sammelpunkt war die Stadt Melle nördlich von Bielefeld.

Als einziger Kampftruppenverband war die Panzerjägerabteilung 228 ebenfalls außerhalb des Kessels, da sie kurz vorher nach Warendorf verlegt hatte um dort neue Jagdpanzer zu übernehmen. Da bereits andere Einheiten einen Teil der Fahrzeuge übernommen hatten blieben für die Panzerjägerabteilung nur 10 Jagdpanzer Hetzer.

Die Abteilung zog sich kämpfend nach Sassenberg und Versmold zurück.

In der Stadt Borgholzhausen wurde die Verteidigung nochmals aufgenommen bis sich die Abteilung mit den anderen Resten der 116. Panzerdivision in Melle vereinigte.

„In der Nacht vom 2. auf den 3. April begann der US Angriff auf die Truppen des Generals Becher. Nach einem vorbereitenden Angriffs der gefürchteten Jagdbomber startete der Angriff der 9. US-Army. Besonders schnell brach die Verteidigung nördlich der Autobahn zusammen. Die Amerikaner erreichten den ersten Übergang durch den Teutoburger Wald, südlich von Borgholzhausen, bereits am Nachmittag des 3. Aprils. Der Übergang wurde durch eine Infanteriekompanie der Waffen-SS und 2 Heeresinfanteriekompanien unter Befehl eines SS-Sturmbannführers verteidigt. Unterstützt wurde die Kampfgruppe durch einen Zug Panzerjäger mit 4 Paks. Der Panzerangriff der Amerikaner kam in den engen Gassen und gewundenen Strassen schnell ins stocken und der Kampf um die Stadt dauerte 3 Stunden, bis sich die Reste der deutschen Truppen, nach dem Verlust von ca. 20 Mann, auf die kleine Stadt Melle zurückzogen.“

 

Das Restkommando der 116. Panzerdivision zog sich dann über Hameln bis in den Harz zurück wo sie zum Kriegsende kapitulierte.“

(Quelle: Die 116. Panzerdivision // Heinz-Günther Guderian)