Das Kriegsende

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Die Alliierten setzen mit Hilfe einer großen Luftlandeoperation bei Wesel am 24. März 1945 über den Rhein. Die deutschen Streitkräfte konnten keinerlei Gegenangriff mehr starten, weil die alle Truppenteile bereits äußerst schwach waren und unter enormen Treibstoffmangel litten. Die 116. Panzerdivision war östlich des alliierten Brückenkopfes in Reserve gehalten worden, doch sie war nicht in der Lage gegen die Masse der über den Rhein setzenden Alliierten, ernsthaft Widerstand zu leisten. Besonders die ständigen Luftangriffe durch Jagdbomber setzen der Division immer wieder zu.

Im Süden bei Remagen hatten US-Streitkräfte bereit am 9. März eine Brücke erobern und einen Brückenkopf am rechtsrheinischen Ufer errichten können. Seit dem 25. März wurden das Ruhrgebiet und das Sauerland weiträumig von Norden und Süden in die Zange genommen. Am 4. April wurde der Ring um den Ruhrkessel endgültig geschlossen.

Als die 116. Panzerdivision endgültig im Ruhkessel eingeschlossen war, übernahm der Nachschubführer der Division das Kommando über die außerhalb des Kessels verbliebenen Kräfte. Sammelpunkt war die Stadt Melle nördlich von Bielefeld.

Als einziger Kampftruppenverband war die Panzerjägerabteilung 228 ebenfalls außerhalb des Kessels, da sie kurz vorher nach Warendorf verlegt hatte um dort neue Jagdpanzer zu übernehmen. Da bereits andere Einheiten einen Teil der Fahrzeuge übernommen hatten blieben für die Panzerjägerabteilung nur 10 Jagdpanzer Hetzer.

Die Abteilung zog sich kämpfend nach Sassenberg und Versmold zurück. In der Stadt Borgholzhausen wurde die Verteidigung nochmals aufgenommen bis sich die Abteilung mit den anderen Resten der 116. Panzerdivision in Melle vereinigte.

„In der Nacht vom 2. auf den 3. April begann der US Angriff auf die Truppen des Generals Becher. Nach einem vorbereitenden Angriff der gefürchteten Jagdbomber startete der Angriff der 9. US-Army. Besonders schnell brach die Verteidigung nördlich der Autobahn zusammen. Die Amerikaner erreichten den ersten Übergang durch den Teutoburger Wald, südlich von Borgholzhausen, bereits am Nachmittag des 3. Aprils. Der Übergang wurde durch eine Infanteriekompanie der Waffen-SS und 2 Heeresinfanteriekompanien unter Befehl eines SS-Sturmbannführers verteidigt. Unterstützt wurde die Kampfgruppe durch einen Zug Panzerjäger mit 4 Paks. Der Panzerangriff der Amerikaner kam in den engen Gassen und gewundenen Strassen schnell ins stocken und der Kampf um die Stadt dauerte 3 Stunden, bis sich die Reste der deutschen Truppen, nach dem Verlust von ca. 20 Mann, auf die kleine Stadt Melle zurückzogen.“

Das Restkommando der 116. Panzerdivision zog sich dann über Hameln bis in den Harz zurück wo sie zum Kriegsende kapitulierte.“

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(Quelle: Die 116. Panzerdivision // Heinz-Günther Guderian)